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AVATAR – langweiliger kann Kino kaum sein
Teddy Adorno hatte Zeit seines Lebens Angst, ein Kinobesuch könnte seinem Verstand schwerwiegende Schäden zufügen. Beim Besuch eines 3D-Blockbuster-Events wie zur Zeit AVATAR eines darstellt, wird diese Vermutung mehr als bestätigt. Doch ist der Adornosche Spleen auf den Hauptfilm bezogen zunächst indiskutabel. Denn zuerst sind 45 Min. schlimmster Werbefilmfolter für vollkommen überflüssige, meist zuckerhaltige Produkte (und der Schweiz), die es natürlich für den Gegenwert eines halben Wocheneinkaufs im Kino käuflich zu erwerben gibt (außer der Schweiz), zu überstehen. Selbst die YouTube-Trailer zum ‘Event’ AVATAR waren zumeist schon mit Werbung voll gestopft, erste Vorboten einer nicht enden wollenden Vermarktungskette. Hat man dann noch die in ihrer Machart grottig bis unterirdischen Lokalwerbespots, die noch nicht mal als Trashkurzfilm gelesen irgend einen Unterhaltungsmehrwert bieten könnten, hinter sich gebracht, ist das Wahrnehmungsvermögen schon derart intensiv benebelt, geprügelt und halb hingerichtet, dass das abschließende intellektuelle Massaker in Form des Hauptfilms endlich beginnen kann. Aber zu früh gefreut, der Knall bleibt aus, es ist ein quälend langsamer Tod.






