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Realität und Shockvertising
Dies ist ein Nachtrag zum Phänomen des Schockvertising, dem ich mich in einem anderen Beitrag bereits ausführlicher widmete. Die Kampagne der Fondation Nicolas Hulot finde ich erwähnenswert, da hier das Prinzip der Dekontextualisierung sehr schön und plakativ Anwendung findet. Die Opfer werden aus ihrem natürlichen Lebensraum heraus gerissen und in unseren eigenen, in die häusliche Privatsphäre integriert. Dies geschieht zu dem Zweck, den Menschen ihr Fehlverhalten in den alltäglichen häuslichen Besorgungen vorzuführen. Lange Kausalketten werden ausgespart und das Prinzip (vermeintliche) Ursache und (vermeintliche) Wirkung in einer Darstellung vereinigt. Dadurch soll Distanz aufgehoben und ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, was mögliche Energieverschwendung (in diesem Fall) am anderen Ende der Welt zur Folge haben mag.
Kurz nachdem ich den Nachtrag verfasst hatte, stieß ich auf folgende Bilder des Photographen Chris Jordan.
These photographs of albatross chicks were made just a few weeks ago on Midway Atoll, a tiny stretch of sand and coral near the middle of the North Pacific. The nesting babies are fed bellies-full of plastic by their parents, who soar out over the vast polluted ocean collecting what looks to them like food to bring back to their young. On this diet of human trash, every year tens of thousands of albatross chicks die on Midway from starvation, toxicity, and choking.
To document this phenomenon as faithfully as possible, not a single piece of plastic in any of these photographs was moved, placed, manipulated, arranged, or altered in any way. These images depict the actual stomach contents of baby birds in one of the world’s most remote marine sanctuaries, more than 2000 miles from the nearest continent.
Nach dem Betrachten dieser Bilder bin ich davon überzeugt, dass keine noch so gut konzipierte Schockwerbung eine derartige Wirkung entfalten könnte, wie die Photographien Chris Jordans es bewerkstelligen. Besonders da hier der Handlungszusammenhang (also Ursache und Wirkung) räumlich sehr nahe liegt und es keines einzigen Wortes mehr bedarf, um ein Bewusstsein und eine Sensibilisierung für die vielen kleinen, alltäglichen Verschmutzungen zu schaffen, deren Resultat, hier ungeschönt und filterlos in der Realität, vorliegt.
Vielen Dank Jens für den Tweet.
siehe auch














