Archiv für die Kategorie „Musikvideo“

Clash of the Titans / Filmrecycling

Re|cy|c|ling das; -s, -s <engl.>: 1. Aufbereitung u. Wiederverwendung [bereits benutzter Rohstoffe, von Abfällen, Nebenprodukten].

Bilder/Trailer sagen oft mehr als tausend Worte. An der folgenden kleinen Trailerschau, kann man hervorragend auf den Punkt gebracht den Wechsel in der Filmästhetik im allgemeinen und in der Trailerkonzeption im speziellen ablesen. Zunächst der Trailer zu dem Remake von Clash of the Titans (2010).


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Was sehen wir hier eigentlich? Die ‘buchstäbliche’ Übersetzung des zu Sehenden als Audiospur unter dem Original-Trailer beantwortet die Frage besser, als jedes Einstellungsprotokoll dies bewerkstelligen könnte.


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Und nun der Trailer vom Original aus dem Jahr 1981. Damals ebenfalls auf der Höhe seiner Zeit, was die Tricktechnik (Stop-Motion) betrifft. Verantwortlich zeichnete dafür Ray Harryhausen, der das Verfahren perfektionierte und damit dem Zuschauer endlich das visuelle Vergnügen der tradierten Held-kämpft-gegen-Fabelwesen-und-dinosaurierähnliche-Ungetüme-Struktur schenkte.


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In einem alt/neu Remix (das Alte in zeitgenössischer Montage) sieht das Ganze dann so aus.


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ps. Kennt jemand noch Jason and the Argonauts? #Entwicklungsgeschichte des Kinos

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Sigur Rós oder die Menschheit im Abendrot der Apokalypse

Sigur Rós, das bedeutet zarte melancholische Tiefe mit ironischem Augenzwinkern und kritischem Impetus. Eine isländische Band, an die ich vor Jahren meine Sinne verlor und deren Videos meines Erachtens zu den hervorragendsten der Videoclipgeschichte gehören. Traurig bis düster, zwischen Hoffnung und Niederlage des Menschengeschlechts aber immer in gemäßigtem Tempo sind die Videos der Isländer keine Bewegtbilder zur Musik, sondern vielmehr eigenständige Kurz- und Kunstfilme, die auf ihre ganz besondere Weise die conditio humana neu verhandeln.


Wir sehen in ausdruckslose Kindergesichter. Die Kleinen, einmal geprüft und untersucht, setzen ihre Gasmasken auf, um anschließend in die postapokalyptische Welt von morgen einzutreten, im Ascheschnee einer toxischen Atmosphäre herumzutollen und – wunderbar kohärent – schwarze Schneemänner zu bauen. Gewalt und Unschuld, eine der großen Dualismen klassischer Literatur, sind hier nicht konträr, sondern im dystopischen Abendrot vereinigt. Teils an den romantischen Mythos der Kinderzeit anknüpfend, teils sich in Entzauberung übend (Erinnerungen an die Kinderspiele in den Filmen Sam Peckinpah’s werden wach) wird Hoffnung hier allerdings nicht völlig suspendiert. Zwar tut es der Nachwuchs dem Ikarus gleich und springt über die Klippen, um, zumindest zeitweise fliegend, letztendlich doch lächelnd in die Tiefe zu stürzen. Doch da gibt es auch Rentner, die mit Holzschwertern bewaffnet durch die Vorortstraßen ziehen und sich selbst noch einmal neu erfinden; es ist nie zu spät das Versprechen auf die Rückerstattung der verlorenen Kindheit doch noch einzulösen.

Die Botschaften sind rückwärts gewandt und spiritistisch, manchmal wird dem Eskapismus gefrönt, manchmal in brutale Bodenständigkeit umgeschlagen. Sie mahnen den Menschen zur Wiederentdeckung der eigenen, körperbezogenen Natürlichkeit und dem Ideal naturverbundenen Lebens, doch ist hier nichts einseitig, was auch die große Stärke der visuell erzählten Geschichten ausmacht – es sind vermischte Empfindungen, die uns sacht heben und sacht wieder fallen lassen. Es sind vor allem Ausschnitte, die erzählt werden, episch angelegte Allegorien auf die Verlorenheit des heutigen Lebens, Flickenteppiche, in die der Wille zum Aufbruch, zur Ruhe, zum Widerstand und zur Selbstentdeckung liebevoll eingewebt sind.

Ästhetisch und photographisch sind die Musikkurzfilme auf aller höchstem Niveau, nichts anderes als kleine Meisterwerke. Martin Scorcese bemerkte einmal über Terrence Malick‘s Film Days in Heaven, man könne jedes Einzelbild dieses Films vergrößern und als Gemälde in einem Museum ausstellen – meines Erachtens gilt das ebenso für Sigur Ros. Und auch wenn ich die Musikvideos der üblichen verdächtigen Videokünstler und -revolutionäre wie Chris Cunningham, Michel Gondry oder Spike Jonze zu tiefst bewundere, haben mich die hier inszenierten Geschichten doch wie kaum etwas Anderes im gleichen Format ergriffen und bewegt. Meine Empfehlung: Machen Sie sich einen (schönen) Herbstabend mit Sigur Rós auf youtube und dann schieben sie den Film Heima gleich hinterher – wirklich ein visueller und klanglicher Orgasmus!

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Der Tag, an dem die Erde stillstand (oder sich nur noch minimal bewegte)

Noch immer ist der Blog eine Baustelle, mittlerweile jedoch zunehmend schrumpfend. Kleinere Lecks müssen noch abgedichtet werden und dann kommen endlich die so vollmundig meinerseits angekündigten Artikel. Aber der Blog soll ja auch nicht verwahrlosen, und so präsentiere ich einige neue Funde und alte Lieblinge – Vorhang auf.
Das folgende Video zeigt Aufnahmen, die mit der SprintCam V3 HD gemacht worden sind. Diese soll es dem Filmenden erlauben mit 500 bis 1.000 Frames pro Sekunde durchgängig in HD-Qualität aufzunehmen. Damit lassen sich Sequenzen visualisieren, die 20 bis 40mal langsamer sind, als die Normalgeschwindigkeit. Und dabei kommen unglaubliche Szenen in slow motion heraus, die eine bis dato nicht bekannte Körperästhetik exponieren. Was dies an ästhetischen Möglichkeiten für Spielfilme, Dokumentationen, Musik- und Werbeclips eröffnet, ist kaum absehbar. Ich bin mehr als gespannt.


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Das nächste Video mit dem unprätentiösen Titel Autumn Story ist ein Musikclip der Firekites, realisiert durch Lucinda Schreiber und Yanni Kronenberg. Das Video ist tatsächlich aus Einzelbildern montiert (1.900 wurden laut Schreiber gefilmt) und das Ergebnis ist wirklich phantastisch. Kreidestriche auf der Schiefertafel machen sich selbständig – was für ein schöner Anachronismus.


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Und zum Schluss folgen noch zwei Videos des großartigen Chris Cunningham, dessen zum Teil atemberaubende Werbespots und besonders Musikvideos immer wieder ein wahrer Augenschmaus sind. Hier wird wieder einmal unter Beweis gestellt, dass ein Film, egal welchem Genre zugehörig, den Zuschauer am ehesten packt, wenn dieser eine Geschichte erzählt.


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Wer ein wenig Zeit in den kommenden Tagen amüsiert verschwenden will, der sollte schnell hier klicken.

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Die unendliche Langsamkeit der Körper

Heaven (Fully Flared Intro Video Remix)

Hier sehen wir einen Recut des Fully Flared Skateboardfilms von Spike Jonze und Ty Evans für die Band Unkle. Die in extremer slow motion ausgestellte Körper- und Bewegungsästhetik der Mitglieder des Lakai Skateboard Teams, der hervorragende Schnitt und die Kongruenz zwischen der Langsamkeit der Bilder und der Musik sind ein einziger Hochgenuß. Spike Jonze ist neben Michel Gondry und Chris Cunningham einer der großen amerikanischen Musikclipkünstler und dem Publikum in den letzten Jahren insbesondere durch seine Verfilmungen der beiden Drehbücher Charlie Kaufman’s, Being John Malkovich und Adaption (beide sehr zu empfehlen) einem größeren europäischen Publikum bekannt geworden. Ich habe das Video bereits ein halbes Dutzend mal gesehen und freue mich schon auf das runde Dutzend.

Wer sich für die Arbeiten genannter Regisseure interessiert, dem seien die Filme der Reihe Directors Label absolut zu empfehlen.

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