Archiv für Januar 2010

Fuck Everybody – Amen!

Lautstärkeregler hoch (der Ausschnitt ist sehr leise), zurück lehnen und genießen!


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Clash of the Titans / Filmrecycling

Re|cy|c|ling das; -s, -s <engl.>: 1. Aufbereitung u. Wiederverwendung [bereits benutzter Rohstoffe, von Abfällen, Nebenprodukten].

Bilder/Trailer sagen oft mehr als tausend Worte. An der folgenden kleinen Trailerschau, kann man hervorragend auf den Punkt gebracht den Wechsel in der Filmästhetik im allgemeinen und in der Trailerkonzeption im speziellen ablesen. Zunächst der Trailer zu dem Remake von Clash of the Titans (2010).


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Was sehen wir hier eigentlich? Die ‘buchstäbliche’ Übersetzung des zu Sehenden als Audiospur unter dem Original-Trailer beantwortet die Frage besser, als jedes Einstellungsprotokoll dies bewerkstelligen könnte.


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Und nun der Trailer vom Original aus dem Jahr 1981. Damals ebenfalls auf der Höhe seiner Zeit, was die Tricktechnik (Stop-Motion) betrifft. Verantwortlich zeichnete dafür Ray Harryhausen, der das Verfahren perfektionierte und damit dem Zuschauer endlich das visuelle Vergnügen der tradierten Held-kämpft-gegen-Fabelwesen-und-dinosaurierähnliche-Ungetüme-Struktur schenkte.


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In einem alt/neu Remix (das Alte in zeitgenössischer Montage) sieht das Ganze dann so aus.


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ps. Kennt jemand noch Jason and the Argonauts? #Entwicklungsgeschichte des Kinos

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Meditative Pause – Bücherobelisk in Kreuzberg

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Und da sah ich ihn: Den Bücherobelisken vor Umbras Kuriositätenkabinett in Kreuzberg (so einen Satz wollte ich immer schon mal schreiben). Mit einer Höhe von etwa 2,50 Meter, gekrönt von zwei alten Schreibmaschinen, stechen aus dem schneebedeckten Bauwerk Titel wie „The Columbia Encyclopedia“, „Zur guten Stunde“ oder „Hotels zum Träumen“ hervor. In der oberen Etage wacht Marcel Reich-Ranicki, wie auch sonst, über den Bestand der holzmedialen Kultur. Wenn sich archaische Baukunst und Schriftkultur ein Stelldichein in Schneewehen liefern – ausdrucksstark und postmodern; eine Einladung zum Verweilen.

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Zombie!

Für George A. Romero sind Zombiefilme mehr als die dezidiert gefilmte, bloße Zerlegung des menschlichen Körpers. Er verstand (und versteht) diese besonders in ihrer kritisch-subversiven Ausdruckskraft und verhandelt in seinen Filmen Themen wie Rassismus, Krieg oder Isolation des (post)modernen Menschen. Spätestens seit Shaun of the Dead und Zombieland ist das Genre auch massenkompatibel geworden, wobei das Komödienpotential des Zombiefilms im Vordergrund steht. Ich habe mich in den letzten Tagen mal auf die Suche nach Grafiken bzw. Illustration gemacht (ich liebe deviantART), die das Thema Zombie zur Werkgrundlage gewählt haben und dieses witzig und ausgefallen aufarbeiten. Hier die Ausbeute:

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Sigur Rós oder die Menschheit im Abendrot der Apokalypse

Sigur Rós, das bedeutet zarte melancholische Tiefe mit ironischem Augenzwinkern und kritischem Impetus. Eine isländische Band, an die ich vor Jahren meine Sinne verlor und deren Videos meines Erachtens zu den hervorragendsten der Videoclipgeschichte gehören. Traurig bis düster, zwischen Hoffnung und Niederlage des Menschengeschlechts aber immer in gemäßigtem Tempo sind die Videos der Isländer keine Bewegtbilder zur Musik, sondern vielmehr eigenständige Kurz- und Kunstfilme, die auf ihre ganz besondere Weise die conditio humana neu verhandeln.


Wir sehen in ausdruckslose Kindergesichter. Die Kleinen, einmal geprüft und untersucht, setzen ihre Gasmasken auf, um anschließend in die postapokalyptische Welt von morgen einzutreten, im Ascheschnee einer toxischen Atmosphäre herumzutollen und – wunderbar kohärent – schwarze Schneemänner zu bauen. Gewalt und Unschuld, eine der großen Dualismen klassischer Literatur, sind hier nicht konträr, sondern im dystopischen Abendrot vereinigt. Teils an den romantischen Mythos der Kinderzeit anknüpfend, teils sich in Entzauberung übend (Erinnerungen an die Kinderspiele in den Filmen Sam Peckinpah’s werden wach) wird Hoffnung hier allerdings nicht völlig suspendiert. Zwar tut es der Nachwuchs dem Ikarus gleich und springt über die Klippen, um, zumindest zeitweise fliegend, letztendlich doch lächelnd in die Tiefe zu stürzen. Doch da gibt es auch Rentner, die mit Holzschwertern bewaffnet durch die Vorortstraßen ziehen und sich selbst noch einmal neu erfinden; es ist nie zu spät das Versprechen auf die Rückerstattung der verlorenen Kindheit doch noch einzulösen.

Die Botschaften sind rückwärts gewandt und spiritistisch, manchmal wird dem Eskapismus gefrönt, manchmal in brutale Bodenständigkeit umgeschlagen. Sie mahnen den Menschen zur Wiederentdeckung der eigenen, körperbezogenen Natürlichkeit und dem Ideal naturverbundenen Lebens, doch ist hier nichts einseitig, was auch die große Stärke der visuell erzählten Geschichten ausmacht – es sind vermischte Empfindungen, die uns sacht heben und sacht wieder fallen lassen. Es sind vor allem Ausschnitte, die erzählt werden, episch angelegte Allegorien auf die Verlorenheit des heutigen Lebens, Flickenteppiche, in die der Wille zum Aufbruch, zur Ruhe, zum Widerstand und zur Selbstentdeckung liebevoll eingewebt sind.

Ästhetisch und photographisch sind die Musikkurzfilme auf aller höchstem Niveau, nichts anderes als kleine Meisterwerke. Martin Scorcese bemerkte einmal über Terrence Malick‘s Film Days in Heaven, man könne jedes Einzelbild dieses Films vergrößern und als Gemälde in einem Museum ausstellen – meines Erachtens gilt das ebenso für Sigur Ros. Und auch wenn ich die Musikvideos der üblichen verdächtigen Videokünstler und -revolutionäre wie Chris Cunningham, Michel Gondry oder Spike Jonze zu tiefst bewundere, haben mich die hier inszenierten Geschichten doch wie kaum etwas Anderes im gleichen Format ergriffen und bewegt. Meine Empfehlung: Machen Sie sich einen (schönen) Herbstabend mit Sigur Rós auf youtube und dann schieben sie den Film Heima gleich hinterher – wirklich ein visueller und klanglicher Orgasmus!

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